Skip to main content

Herstellung

Ich habe seit vielen Jahren eine größere Gruppe von Eichhörnchen und hatte das Problem, dass es im Handel keine Laufräder gibt die groß genug für diese Tiere sind. Da ich im Maschinenbau Zuhause bin, stellte ich mir meine Laufräder dann selber her. Natürlich waren die ersten nicht perfekt. Und wurden mehrmals geändert. Diverse Anfragen von Deguhaltern, ob ich für Sie auch Räder herstellen könne, ermutigte mich diese in größeren Umfang herzustellen.

Meine Tätigkeit im Sondermaschinenbau so wie die Anfertigung von Sonderteilen und Umbau von Chopern (Motorräder) lässt keine halben Sachen zu. Mit der gleichen Einstellung stelle ich die Laufräder her.

Darum kaufte ich mir eine kleine Drehbank und eine große Ständerbohrmaschine welche ich noch umbauen musste, damit die großen Laufräder von 50-80 cm Durchmesser darauf bearbeitet werden können.

Das Drehbankbett wurde ausgespart um bis auf 800mm zukommen.
Der Bohrkopf wurde um 130 mm vorgesetzt.

Mit Hilfe dieser Maschinen und weiteren Vorrichtungen erreichten die Laufräder die Qualität welche sie Besitzen sollten wenn man diese anderen Käuflich anbietet.

Der Weg dort hin war mit viel Arbeit verbunden. Auf der Suche für geeignetes und bezahlbares Material gab es jede Menge Rückschläge, da die meisten Firmen nur an Gewerbebetreibende oder in großen Mengen verkaufen wollen. Das heißt ich muss um bezahlbare Laufräder herzustellen immer große Mengen Material kaufen, welches ein erheblicher finanzieller Aufwand für mich ist und erst durch die Verkäufe der Laufräder nach und nach wieder ausgeglichen wird bis zum nächsten Material kauf.

 

 Ich verwende Aluminium in 3 mm Stärke und auf Wunsch bruch- und schlagfesten Industriekunststoff so wie eine Lagerung bestehend aus zwei Rillenkugellager beidseitig geschlossen. Die Stäbe sind Buchen-Rundstab geriffelt oder Aluminium  160x12mm.

Aluplatten 50,5x5mm
Industriekunststoff
Lager mit Lagersitz
Die Stäbe im oberen Fach sind schon mit Bio Öl getränkt.

 

 

 

Die Aluplatten von 1,25 x2,50 m. schneide ich Maschinell in Quadratische Stücke.

 

Um die Platten auf der Drehbank und der Bohrmaschine weiter bearbeiten zu können müssen alle Platten vorher in der Mitte eine 12 mmØ Bohrung bekommen, welche auch die Zentrierung für die Lagerung ist. 
Um diese Mittig zu erstellen werden alle mit einen Anriss über kreuz versehen.

Da man die Platten in diesen viereckigen Zustand nicht auf der Drehbank rund drehen kann, da die abgestochenen Eckstücke unkontrollierbar wie Geschosse bei 1700 Umdrehungen pro Minute durch die Gegend fliegen, werden die Ecken vorher mit der Handhebelschere entfernt.

Dieser Arbeitsgang ist reine Knochenarbeit.

Auf Grund sehr vieler Bestellungen konnte /musste ich einige Arbeitsabläufe optimieren um den Andrang überhaupt noch annährend nach zukommen. Hier meine neue Hebelschere mit Übersetzung wodurch das Vorschneiden erheblich leichter und somit auch schneller geworden ist. Leider kostet so ein Teil locker 680€. Weitere Optimierungen fanden beim Alustäbe sägen und Bohren statt. (siehe Bilder).

Ab diesen Arbeitsgang werden immer zwei Platten für die weitere Bearbeitung zusammen geschraubt. Dann bohre ich mittels Bohrschablone die erste Bohrung von 3,2 Ø für die Holzstäbe/Alustäbe.  Durch dieses kommt ein Lochstempel damit sich die beiden Platten beim weitern Bohren nicht mehr zueinander verdrehen können. Jetzt werden die restlichen Bohrungen in diesen Platten erstellt.

Für jeden Laufradtyp gibt es eine Bohrschablohne, welche das Lochbild für die Stäbe wieder gibt. 

Nach dem Bohren werden die Bohrungen jeweils von den Außenseiten gesenkt um später die Senkkopfschrauben aufzunehmen.

Diese Arbeitsgänge sind bei allen Typen gleich.

In der Rückwand werden die Bohrungen erstellt welche benötigt werden um später den Lagersitz zu befestigen.

In diesen Lagersitz befinden sich zwei beidseitig geschlossene Rillenkugellager
Jetzt noch einmal erheblich verbessert!
Erläuterung zu dieser Änderung finden Sie weiter unten.

Jetzt werden die zwei Platten zusammen auf der eigens dafür umgebauten kleinen Drehbank auf 50 cm Ø abgedreht, und von einer Platte ein Ring abgestochen welcher vorne am Laufrad den Rand/Stützring bildet.

Hier werden gerade Platten aus den Industriekunststoff bearbeitet.

Hier wird ein Alurad bearbeitet.

Hier wird nach dem Abstechen des Alurings der Innenradius und Außenradius gemacht.


Nach dem ich die Platte und den Ring mit großen Radien versehen habe, können diese mit den Lagersitz und den Holzstäben versehen werden.

Aber um die Holzstäbe an das Rad zu bekommen müssen diese erst einmal hergestellt werden.

Bei der Anfertigung der Rundstäbe ist große Sorgfalt wichtig. Wenn die Sägeschnitte leicht schräg oder die Bohrungen außermittig sind bekommt das Laufrad einen starken Höhenschlag.

Wesentlich aufwendiger ist die Herstellung der Alustäbe! Das Sägen und Entgraten so wie das Einpressen der Befestigungs- Dübel.

 

Auch das Sägen von den Alustäben wurde durch den Einsatz eines Pneumatikzylinders etwas Optimiert.

 

Da die Alurohre nur 1mm Wandung haben muss ich ein extrem feines Sägeblatt verwenden damit der Schnitt gratfrei wird.
Die Standzeit ist dementsprechend kurz und das Blatt muss erneut geschärft werden.

Nachdem ich diese Rohre auf 160mm Länge gesägt habe, werden links und rechte 50mm lange Holzdübel unter großer Vorspannung ca. 0,7mm eingepresst. Bevor ich die Holzdübel mit der Pressvorrichtung in die Rohre Pressen kann muss ich diese erst alle ca.10mm tief in die Rohre eintreiben.

Hier werden die Holzdübel vor dem eigentlichen Pressen angesetzt.

Auch hier habe ich Optimierungen vorgenommen.
Die Dübel werden jetzt mit einen kleinen Zylinder vorgepresst und nicht mehr mit einem Hammer von Hand.

Ich benötige um die Hölzer einzupressen für den 100mm Zylinder 5,5 Bar Luftdruck welches ca.480 Kg Druck entspricht. Wegen den großen Mengenbedarf an Luft musste ich meinen Hobby Kompressor gegen einen leistungsstarken Kompressor austauschen, welcher den Stromzähler zum Summen bringt :(

Das Sägen und Verpressen der Haltedübel ist ein erheblicher Aufwand welcher aber das Laufrad bei Verwendung dieser Alustäbe unverwüstlich für alle Degus und sonstige ungezogene Nager macht :)
Die Degus mögen mich deswegen gar nicht mehr, die Besitzer um so mehr.
Der Mehrpreis ist in wesentlich geringer als das laufende Nachkaufen und Auswechseln der Holzstäbe. Ein Nach- beziehungsweise 
Umrüsten bereits vorhandener Laufräder von mir ist kein Problem da die Abmaße von den Holz und Alustäben gleich sind.

Nach dem Einpressen werden die Stäbe von beiden Seiten mit einen 2mm Ø Bohrer vorgebohrt. Da es je nach Laufrad Typ zwischen
132 bis 204 Bohrungen sind, habe ich mir eine schwenkbare Bohrvorrichtung ausgetüftelt.

Hier die leere Vorrichtung.
Das Reinstecken von einem Alu- oder Holzstab.
Nach unten schwenken und bohren.
Wieder in die Ausgangsstellung und den Stab umdrehen um die andere Seite zu bohren.

Nach einen kleinen Umbau kommt jetzt der Bohrer Automatisch runter wenn das Teil eingelegt ist.

So jetzt können die Stäbe angesetzt werden oder?

Wenn ich das jetzt machen würde hätte Ihr Tier in kürzester Zeit schwere Magen und Darm Koliken. Beim Bohren, Senken, und Drehen muss man leider Schmier und Kühlmittel einsetzen um das Material sauber bearbeiten zu können. Diese sind aber bestimmt nicht für den Verzehr durch Ablecken geeignet.

Darum wird jedes Laufrad bevor ich die Holz oder Alustäbe ansetze egal ob aus Industriekunststoff oder Alu mit einen Reiniger aus der Lebensmittel-Industrie gründlich gereinigt!

Das Anschrauben der Rundhölzer.

Zuerst setze ich alle Schrauben in die Platte ein.

Dann bestücke ich die Rückwand mit den Stäben.

Dann setze ich den vorderen Ring an.
Alle Schrauben werden mit einen eingestellten Drehmoment festgezogen um ein Überdrehen in den Holzstäben zu vermeiden

Dass die Kanten außen und innen mit einem Radius versehen sind und kein Grat haben sowie keine Schrauben vorstehen müsste ich eigentlich nicht erwähnen, da ich so etwas bei einem guten Laufrad voraussetze um Verletzungen der Tiere zuvermeiden.

Die Laufräder werden mit einer Befestigungsachse ausgeliefert.

Da Tierhalter sehr oft nicht die Möglichkeit haben das Rad hängend im Käfig zu befestigen, biete ich passende Ständer für die Laufräder an. Die Laufräder stehen ca. 3 cm über den Boden.+ -5mm. Die Höhe kann auf Wunsch ca. 15mm verändert werden.
Diese Ständer sind nicht für die 50 cm Laufräder geeignet.

Info zu der verbesserten Lagerung Es hatte mich schon immer gestört, dass ich genau so wie alle anderen die Laufräder herstellen, diese nur mit einen Kugellager ausgestattet habe obwohl dieses Technisch gesehen nur eine Kompromiss Lösung ist.

Zu Erläuterung für den nicht so Technisch wissenden.
Ein Kugellager hat Herstellungs- bedingt ein gewisses Axialspiel und dadurch nur einen gewissen Einsatzbereich. Wenn nun ein so kleines Kugellager dann noch außermittig zur Belastung eingesetzt wird, ist dieses nur begrenzt möglich. Unsere Laufräder haben alle egal wer sie anbietet ca. 50 cm Durchmesser und das einseitig angebrachte Lager kann kein kippelfreies Laufen ermöglichen. Übertuscht wird dieses durch das Gewicht vom Laufrad welches das Lager im bereich des Lagerspiels ganz nach unten zieht und somit ein Spielfreien Rundlauf vortäuscht. Eine ungünstige Befestigung des Laufrades kann das leichte schwingen des Laufrads noch verstärken und zu Geräuschendwickelung und einen vorzeitigen verschleiß des Lagers führen.

Ich habe jetzt nach langen suchen eine Automatendreherei gefunden die mir die Lagersitze für die Aufnahme von zwei Kugellagern günstig herstellt. Durch die Abnahme einer großen Stückzahl konnte ich diese Verbesserung realisieren ohne das es eine Kostenveränderung für die Laufräder entstand.

Hinweis: Das heißt nicht, dass die mit einen Lager ausgerüsteten Laufräder schlecht sind!
Nur die neue Generation mit den zwei Kugellagern sind noch besser.